Lärmprotest Friedrichshafen

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Kunst-Aktion zum Tag gegen Lärm 28. April 2010

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Es ist wieder soweit:

 am 28. April 2010 findet der 13. Tag gegen Lärm - Internatonal Noise Awareness Day - statt.

Zur Informationsseite des Veranstalters geht es hier.

Unsere Aktion wird auf der Veranstaltungs-Seite gelistet unter folgendem Link

http://www.tag-gegen-laerm.de/aktionen_10_6.php?id=720

 

Die Kunstaktion läuft unter dem Titel:

 

"Mit Poesie und Stille gegen Lärm" 

  

 

 

Ein roter Heliumballon mit 80 cm Durchmesser trägt die Buchstaben "L A E R M".
An seinem Halteseil sind Seiden-Fähnchen befestigt, die in 35 verschiedenen Sprachen das Wort "Stille" tragen.

 

Der Heliumballon soll auf ca. 30 m Höhe  über dem Anwesen Aistegstrasse 15 Friedrichshafen schweben.

Die Kunstaktion soll daran erinnern, dass in Deutschland Flughäfen selbst dort von den Regierungsräsidien genehmigt werden und wurden, wo unterhalb der Start- und Landezonen (dort, wo die Sicherheitsmindesthöhe von 300 m über Stadt- und Wohngebieten unterschritten wird) sich noch Wohngebäude befinden.

Überflughöhen bis herab auf 40 m sind hier legal - aufgrund einer unglücklichen Überschneidung von internationalen Luftfahrtgesetzen und nationaler Rechtsprechung bei Raumordnungsverfahren.
Das darf nicht sein.
Niemand sollte an seinem Wohnort unterhalb von 300 m überflogen werden dürfen.

Das ist eine unzumutbare Dauerbelastung.


Die Aktion kann nur bei Windstille stattfinden

Anmerkung:

Lt. Anfrage bei der Deutschen Flugsicherung brauchen Fesselballone lt. § 16 Luft VO keine Genehmigung, wenn sie von einem Halteseil von weniger als 30 m gehalten werden.

Sowohl der Flughafen als auch das Regierungspräsidium Tübingen wurden per Mail informiert.

...,,,jedoch gab eine behördliche Nachricht am 27.04.2009 uns Anlass für folgenden Nachtrag :

Noch kurz vor der Aktion erhielten wir eine Nachricht vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr. Angeblich läge die Aistegatrasse  in der Sicherheitsfläche des Bauschutzbereiches. (Obwohl der Flughafen offiziell auf 416 m über NN liegt, gilt für die Aistegstrasse eine Maximalhöhe von 411 m. (Keine Sorge, es war nicht nötig, den Ballon 4 m tief einzubuddeln, denn das Löwental liegt nur auf 400 m über NN.). Es wäre zwar möglich gewesen, den Ballon auf eine Höhe zwischen 11 und 30 m aufsteigen zu lassen, aber nur unter der Bedingung, für den Ballon eine luftrechtliche Genehmigung einzuholen, wie sie für Krane, Elektro-Freileitungen oder Masten erforderlich ist. Der Ballon ist also nach Auffassung des Verkehrsministeriums kein genehmigungsfreies Fluggerät, sondern ein Luftfahrthindernis, das eine Krangenehmigung erfordert.

Auf 11 Meter Höhe wäre er aber auf jeden Fall niedriger, als die LKWs, die über den Löwentalviadukt der B 31 fahren.

Eine solche Krangenehmigung kostet dann 75 Euro. Für den Ballon mit 80 cm Durchmesser wären dann noch 2 Gutachten notwendig zu je 150 Euro und eine Bearbeitungszeit von mindestens 3 Wochen.

(zum Vergleich: Kosten der AERO-Airshow-Genehmigung 2009: 300 Euro)

+++ ironiemodus on +++

nachdem nun feststeht, dass ein Ballon an einem Seil kein Fluggerät ist, sondern ein genehmigungspflichtiges Bauwerk und Luftfahrthindernis - wohl  je nachdem, wer den Ballon steigen lässt -  wobei noch fraglich ist, ob für einen Latexballon eine Typzulassung als Fluggerät oder als Baukran genügt (wie sie für Flugzeuge üblich ist), oder ob eine Einzelabnahme des Fluggerätes erforderlich ist, wenn es von einem Anwohner gestartet wird. Eine Aussenlandeerlaubnis ist bei Herabziehen des Latexballons hoffentlich auch in Zukunft nicht erforderlich, für Segelflieger und bemannte Fesselballons ist jedenfalls keine vorgeschrieben..

+++ ironiemodus off +++

 Auszug aus unserer Resolution gegen die Luftfahrtveranstaltung der Klassikwelt-Messe:

"Wir halten es für die Aufgabe des Regierungspräsidiums und nationaler Rechtsprechung, hier extreme Interessenkonflikte zwischen Anwohnern und Flugverkehr NICHT zuzulassen, wie sie sich bei der Unterfliegung derSicherheitsmindesthöhe von 300 m über Stadt- und Wohngebieten und deralleinigen Bestimmung des Grundstücksbesitzers bei der Nutzung seines Luftraumes bis 30 m über seinem Grundstück (Baubeschränkungen fürBauwerke seien davon unberührt) ergeben. Diese Interessenkonflikte zuzulassen und sie dann einseitig ausschliesslich zu Lasten der Bürger zu lösen - ohne einen angemessenen Entschädigungsausgleichoder eine kapitalunschädliche Wegzugsmöglichkeit einzuräumen - kann weder im Sinne der Luftverkehrsgesetze noch im Sinne des Grundgesetzes sein. Das könnte umgangen werden, wenn Flughäfen nur in solchen Abständen zur vorhandenen Wohnbebauung zugelassen werden, wo die Bauverbote und Baubeschränkungen um den Flughafen nicht zur Bescheidung der Rechte vonansässigen Immobilienbesitzern führen. Die Luftverkehrsgesetze und -Ordnungen machen Sinn - wissentlich produzierte, vermeidbare Interessenkonflikte - die zudem ausschliesslich zu Lasten von Anwohnern und Bürgern ausgetragen werden - nicht."

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 03. Mai 2010 um 21:49 Uhr